Parodontologie

Parodontologie

Gesund < > Gingivitis (Zahnfleischentzündung) > Parodontitis (Knochenrückgang)

Gingivitis und Parodontitis sind bakteriell verursachte, entzündliche Erkrankungen. Die Gingivitis kann jahrelang bestehen bleiben, ohne sich zu einer Parodontitis zu entwickeln. Bei guter Mundhygiene sowie konsequenter Zahnreinigung ist die Gingivitis reversibel. Die Ätiologie der Parodontitis ist nicht lückenlos geklärt. Die Pathogenität der Mikroorganismen, ihre Fähigkeit, ins Gewebe einzudringen und die individuell unterschiedliche Antwort des Wirtes auf den Infekt (Resistenz, Immunstatus) scheinen die entscheidenden Kriterien zu sein. Auch bei Behandlung ist eine Parodontitis nur beschränkt reversibel (Knochenneubildung, Reattachment). Die Ausgangssituation (Status quo ante) wird aber nie wieder erreicht.

Die klinische Symptomatik der Parodontitis ist gekennzeichnet durch den Stützgewebeverlust, der von Zahn zu Zahn variiert.

Therapieansatz

– Zahnfleischblutung

Mundhygieneinstruktionen und professionelle Zahnreinigung.(siehe Prohylaxe)

– Zahnfleischblutung und Knochenabbau von 3-6 mm

Kürettage ( Scaling und Wurzelglättung (root planing). Dies beinhaltet die Wurzelglättung und -säuberung unter dem Zahnfleischrand ( subgingival ) und die Entfernung von entzündlichem Gewebe in der Zahnfleischtasche. Hier orientiert man sich am Oberflächenzustand der Knochenhartgewebswand und dies ist die substanzschonendste Therapiemöglichkeit.

– Zahnfleischblutung und Knochenabbau über 6 mm

Es besteht die Möglichkeit durch parodontalchirurgische Eingriffe, die Taschentiefe zu vermindern und Knochenkanten zu glätten, Rezessionen zu decken und Zahnfleisch zu transplantieren und somit auch die Zahnfleischästhetik ( Ihr Lächeln) zu verbessern. Mit Hilfe von Membranen und Knochenersatzmaterial kann eine natürliche Reparation des Zahnhalteapparates (Parodonts) unterstützt werden. Hier verwenden wir unser OP-Mikroskop oder den Laser, bei direkter Indikation.

– Rezessionsdeckung

Der häufigste mukogingivalchirugische Eingriff ist die Gingivaextension mit freiem Schleim- -hauttransplantat FST. Durch den Eingriff wird neue “echte” keratinisierte Gingiva geschaffen.

Das FST ist indiziert bei progressiven Rezessionen an einzelnen Z&auhnen oder Zahngruppen. Erreicht eine lokalisierte Rezession die bewegliche Schleimhaut an der mukogingivalen Grenzlinie, kann die Mundhygiene erschwert sein und eine kaum beherrschbare Entzündung zur Folge haben. Dies wiederum geht mit weiterem Knochenverlust einher und kann Zahnverlust zur Folge haben. Der Bereich des widerstandsfähigeren Zahnfleisches muss also verbreitert oder gar hergestellt werden. Dieses Zahnfleisch ist im Gaumen vorhanden, wird dort entnommen und an unserer Rezession transplantiert. In diesen Fällen kann nur ein FST einen Behandlungserfolg mit sich führen.

Operationsprinzip

Der Eingriff erfolgt unter lokaler Anästhesie. In der ersten Operationsphase wird apikal (Richtung Zahnwurzel) der Rezession ein Empfängerbett präpariert. In der zweiten OP-Phase wird unser Transplantat aus dem Gaumen entnommen. In der dritten OP-Phase wird das FST auf dem Empfängerbett fixiert.

Aus ästhetischen Gründen kann nach 6 Monaten eine koronale (zur Zahnkrone) Zahnfleischverschiebung in einem zweiten OP-Eingriff durchgeführt werden.

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